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Das „Bayreuther Hell“ bekommt eine neue Heimat

Startseite / News / Das „Bayreuther Hell“ bekommt eine neue Heimat

Für die Begrünung der 15.000 Quadratmeter Dachfläche liefern 150 Sattelschlepper das Substrat, das auf langlebigen Ravatherm XPS 300 SL Dämmplatten zum Einsatz kommt: Die hochmoderne neue Maisel-Braustätte für „Bayreuther Hell“ setzt mit Deutschlands größtem Retentions-Umkehrdach neue Maßstäbe. Ihre baumbestandene, teilweise geneigte Dachfläche fügt sich nahtlos in die Landschaft ein – und bietet sogar Schafen einen direkten Zugang. Teil des nachhaltigen Gesamtkonzepts ist eine digital gesteuerte Bewässerungsanlage mit einer Zisterne, die auch für Starkregen-Ereignisse ausgelegt ist.

Das „Bayreuther Hell“ bekommt eine neue Heimat: Bislang wurde das beliebte Bier neben anderen Marken in der Produktionsstätte in der Bayreuther Hindenburgstraße gebraut. Künftig werden rund 500.000 Hektoliter am neuen Brauerei-Standort in Bayreuth-Oberobsang produziert – nach bewährtem Rezept und mit modernster Technik. Denn die Brauerei Meisel verfolgt das klare Ziel, eine der modernsten und ressourcenschonendsten Brauerei ganz Europas zu sein.

Dazu gehört auch ein Neubau eines Produktions- und Logistikbereichs mit Verwaltung, bei der im Gesamtkonzept begrünte Dachlandschaften und Fassaden verbunden werden – im Hinblick auf Nachhaltigkeit und Klimawandel. Eine architektonische und konstruktive Besonderheit ist dabei die Dachneigung, die auf Rasenhöhe ansetzt. „Vom Bayreuther Stadtteil Oberobsang aus ist der Gebäudekomplex praktisch ‚unsichtbar‘, so nahtlos fügt er sich in die Landschaft ein“, sagt Dipl.-Ing. Clemens Belke, der mit seinem Team die Dach- und teilweise Fassadenbegrünung verantwortet. Aus südwestlicher Richtung ist nur der rund 26,5 m hohe Gärturm deutlich zu erkennen. Auch dieser kubische Körper integriert sich durch seine spiegelnden Paneele harmonisch in die Umgebung. So sollen die Besucher der Bayreuther Festspiele und vorbeifahrene Fahrzeuge von unten auf die Dachfläche schauen können.

Deutschland- und europaweit einzigartiges Projekt

Aus baulicher Sicht setzt die besondere Art und Weise der Ausbildung des Retentions-Umkehrdachs neue Maßstäbe. „Mit einer so großen Dachfläche ist es in dieser Form in Deutschland eine Premiere, und auch europaweit kenne ich kein vergleichbares Projekt“, sagt Uwe-Guenter Rentzsch, Gebietsleiter Technik West bei Ravago. Das stellte besondere Anforderungen an den Dachaufbau, um Sicherheit, Dämmung, Entwässerung und Langlebigkeit zu verbinden. Daher war es wertvoll, dass der Generalunternehmer W. Markgraf GmbH & Co. KG über langjährige Erfahrungen mit solchen Dachaufbauten verfügt. Der Generalunternehmer war schnell überzeugt und trug das Gesamtkonzept mit.

Auf der tragenden Dachkonstruktion kamen auf rund 14.000 Quadratmetern die Ravatherm XPS 300 SL Dämmplatten und das wasserableitende Systemvlies Ravatherm XPS MK zum Einsatz. Sie sorgen für hervorragende Wärmedämmung und gewährleisten eine außergewöhnliche Langlebigkeit: Im Gegensatz zum klassischen Warmdach kann die erste Sanierung entfallen, was im Lebenszyklus von Gebäuden eine wichtige nachhaltige Rolle spielt.

Begrüntes Dach mit Bäumen und einer Schafweide

Die Dämmung bildet die Grundlage für einen starken Aufbau mit Substrat, der eine Bepflanzung mit Grünflächen und 120 Bäumen und Solitärgehölzen erlaubt. „Der größere Vegetationskörper für eine biodiverse Vegetation war dem Bauherrn wichtig, und er wäre mit anderen Aufbauvarianten so nicht möglich gewesen“, sagt Clemens Belke und ergänzt: „Im Einklang mit dem nachhaltigen Gesamtkonzept haben wir ein offenporiges, mineralisches Substrat mit hohem Lavaanteil verwendet. Dieses wird mit einer sehr guten CO2-Bilanz produziert.“

Wichtig war dem Bauherrn zudem ein Dämmkonzept, das eine auf die Nutzung des Industriebaus abgestimmte partielle Dämmung ermöglicht. Bereiche wie die Abfüllanlage brauchen einen entsprechenden Wärmeschutz, anders etwa als die überdachte Fahrgasse. Hinzu kommt, dass im Brauprozess naturgemäß stets ein Wärmeüberschuss anfällt. Daher erwies sich eine materialeffiziente 14-cm-Dämmschicht als ausreichend. „Die Dach- und teilweise Fassadenbegrünung wird ebenfalls stark dazu beitragen, das Gebäude auch an heißen Sommertagen ohne Klimaanlage kühl zu halten“, betont Clemens Belke.

Innovatives Be- und Entwässerungskonzept – auch für Starkregen

Doch es gibt nicht nur heiße Sommertage in Deutschland – auch die Starkregenereignisse nehmen zu. Daher hat Clemens Belke angesichts der großen Dachfläche ein innovatives Konzept für die Wasseraufnahme und -speicherung entwickelt. Die Kernelemente: Sinnvolles Speichern in einem Substrat mit hoher Aufnahmefähigkeit, Wasserabführung in eine Zisterne mit rund 130 m3Aufnahmevolumen, Dach- und Fassadenbegrünung mit einer digital gesteuerten Bewässerungsanlage. Das aufgefangene Wasser wird also für die Bewässerung genutzt. Die Reserve reicht für rund sechs Wochen, so dass praktisch kein Frischwasser zugeführt werden muss.

„Diesem Konzept gehört aus unserer Sicht die Zukunft, da das Wasser damit lastneutral aufgenommen wird. Das System kommt also ohne eine potenziell risikobehaftete Wasserspeicherung auf dem Dach aus, die auch statisch zusätzliche Anforderungen stellt“, sagt Uwe-Guenter Rentzsch von Ravago. Der Aufbau kann bis zu 30 l/m2 Regenwasser aufnehmen, erst danach wird ein Überschuss in ein Versickerungsbecken abgeleitet – „wir haben eine komplette Entsiegelung des Gesamtareals“, sagt Clemens Belke.

Die Zukunft hat begonnen: neue digital gesteuerte Bewässerungsanlage

Neue Maßstäbe setzt auch die Bewässerungssteuerung. Dafür kommt ein von Clemens Belke in den letzten beiden Jahren entwickeltes, digitales System mit Online-Monitoring zum Einsatz. Es kann in die Gebäudeleittechnik eingebunden werden: „Die von uns erhobenen Werte, etwa die Feuchtigkeit auf dem Dach, eröffnen zusammen mit anderen Werten neue proaktive Steuerungsmöglichkeiten beim Wärmeschutz“, erläutert Clemens Belke. Dieses Vorgehen trägt zum nachhaltigen Gesamtkonzept des neuen Brauereistandorts bei: Für die Stromversorgung wird Photovoltaik genutzt, für die Wärmeversorgung eine Holzhackschnitzelanlage. Zwei zentrale Wärmespeicher sichern die Energieverteilung, und die im Brauprozess entstehende Prozesswärme wird effizient weitergenutzt.

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